Endlos und immer wieder war er in den Kampf gezogen und hatte an manchen Tagen vergessen was es heißt, ohne schwere Rüstung, das Schild und sein Schwert, seines Weges zu gehen. Wenn man sich seinen Körper betrachtete, stellte sich mancher die Frage: “Wie kann dieser Mann noch leben? Wie kann er noch weitermachen und mit welcher Kraft? Mit welch ungebrochener Hoffnung diesen Pfad gehen, den jeder andere schon längst verlassen hätte?” Sein Eifer für das Gute, sein Glauben, seine Überzeugung an das Leben, welches er so liebte, hatte sich über die Zeit und die Schläge, die ihn zu Boden drückten als ihm seine Füße keinen Halt mehr gaben, ihm alles so oft ohne Sinn erschien, er seine Liebe in Frage stellte, gezeigt, dass es einen Sinn hat, dass er hier ist, er gebraucht wird, er sich an haltlosen Tagen die Erinnerung an jene Schlachten, in die er gezogen war, zurückholen musste, er wieder aufstand, weiter machte und die Illusion, dass es kein Weg gab, vergaß. Er wollte weiter sehen was er in den Augen der Menschen wahrnahm. Wollte weiter vertrauen, dass sie ihm die Wahrheit sagten und erkennen, wenn sie logen und warum, wollte dies nie als schlecht ansehen, denn die Gründe dafür kennt nur der, der lügt. Der Warrior konnte nur sehr schlecht lügen. Doch er wusste, die Lüge ist an manchen Tagen und in verfahrenden Situationen eine oft genutzte Möglichkeit, Zeit zu gewinnen. Sich Worte mit Bedacht zurecht zulegen, um diese etwas später auszusprechen. Den Mut etwas zu tun oder zu sagen, welcher zu jenem Zeitpunkt, wenn einen die Last erdrückt, nur schwer bis gar nicht aufzubringen ist, muss jeder suchen. Doch Mut wird belohnt. Mut verlangt viel, gibt aber auch viel, das wusste der Warrior zu hundert Prozent. Es gab und gibt immer unklare Situationen und unklare Fronten, aber doch nur, weil es oft schwer erscheint, auszusagen was einen treibt und wo man hin möchte, es für diesen Trieb, wenn man ihn denn spürt, eine Erklärung gab. Der Warrior wusste eine Erklärung, nennt es Liebe, nennt es Verlangen, nennt es Bestimmung, nennt es Schicksal, nennt es Angst, nennt es noch nicht bereit bzw. frei zu sein. Ein Name existiert immer. Es brodelt und die Gewissheit wie sehr man etwas möchte, sollte niemand ertränken. Es heißt kämpfen dafür, wofür du gern dein Leben geben würdest. Die Erklärung des Selbst und deiner Wünsche wird jeden verstehen lassen, dass dies dein Weg ist, den du gehen willst. Wenn die Bestimmung schreit und du weißt, dass es das Richtige ist, weil dir das Herz schwer wird, dann verjage die Scheu. Schaue hin und nie wieder weg. Wofür sich quälen und warten? Es gab nur das eine Leben. Das wusste er aus eigener Erfahrung. Es galt sich zu erkennen und für sich zu wissen wohin die Reise gehen sollte. Was treibt einen? Menschen waren da schon immer unterschiedlicher Meinung, doch in einem sind sich alle gleich; sie wollen glücklich sein. So wird der Kampf von Wünschen und Zielen geprägt, doch der Kampf zu keinem Kampf, sondern zu einer Offenbarung. Wer einmal erkannt hat, was es bedeutet sich zu akzeptieren, und dass sich Wege nicht beschreiten lassen, welche nicht die deinen sind, der erlangt Freiheit. Der Warrior lebte diese Freiheit, aber, nur um es einmal erwähnt zu haben, auch in Freiheit wurde gekämpft. Gekämpft für richtig oder falsch, denn die Verwirklichung und die Wünsche, die er in sich trug, wollte er ohne Reue und Furcht zentralisieren. War es ihm ehrlich und ernst und fühlte er sich aufgehoben, dann gab es kein wenn und kein aber. Er wusste es wird schwer, aber loslassen? Nie. Für ihn waren Worte nie leer und mit blinder Euphorie verbunden. Es gab Dinge die einfach nicht sein sollten, aber tausend Räder, die sich unentwegt für einen drehten. Auf dem Schlachtfeld hatte er eines gelernt. So oder so, war es sein Leben. Und wenn ihn die Liebe und die Sehnsucht erfasste und er spürte, dass ihm das Herz aufblühte, er sich gebraucht fühlte, hatten sich immer Wege gefunden und eröffnet. Er wusste, dass die Liebe, egal welche Liebe, ein saurer Apfel ist den man bis auf dem letzten Rest aufisst. Er wollte nie abstumpfen, egal wie viel Leid er erfahren sollte. Jeder bekommt die gleichen Chancen. Er verlangte nichts, denn er liebte die Menschen. Als Jüngling stand er oft vor unüberwindbaren Hürden, doch eine Frage stellte er sich immer wieder; “Was bedeutete es, glücklich zu sein?”  Dies wurde für ihn die Frage der Fragen. Und es kam der Tag, an dem er eine Antwort fand. Es war ein Tag wie jeder andere, gespickt mit einer Erfüllung, die er, auch heute noch nicht in Worte fassen konnte. Es geschah ohne Vorwarnung, doch dass was er an diesem Tag verspürte war allumfassend und keiner konnte ihm diese Erkenntnis wieder wegnehmen. Und doch kam eine Zeit, in der unser Warrior wieder endlos vielen Gegnern gegenüberstand. Das Schild an den Körper gepresst, eine Träne im Auge, das Schwert glänzte in der Sonne und er wusste schon bevor dieser Kampf begonnen hatte und es dunkel um ihn wurde, dass dieser Kampf für ihn bestimmt war. Grauenvolle Phantome umgaben ihn und ein jedes wollte er für seinen Traum in die Ewigkeit schicken. Er dachte nicht daran, wegzulaufen und aufzugeben. Schritt für Schritt schlug sein Herz in einem Takt, welcher ihn durch diese Schlacht tragen sollte. Der Schwung seines Schwertes durchdrang jedes dieser Phantome. Ein wilder Hieb nach dem anderen ließ diese Wesen in Rauch aufgehen und in seinem Kopf schwirrte ein Lied, welches alles erzählte, was das Leben in sich trug:  "Und das Herz schlägt den Takt, ein Takt Schritt für Schritt und Schlag für Schlag nach vorn. Jeder Tag - selber Takt, dasselbe Spiel - selber Weg, einen Pfad - einen Sinn, ein Ziel und nur ich alleine in meinem Kopf..... "  Mit dem letzten Stich brach er zusammen und wusste, dass er das Richtige getan hatte. Entkräftet und aus voller Seele schrie er auf dem Boden liegend, diese Worte in die Luft:   "Wir warten mit Sehnsucht auf den Tag an dem der Kampf endet, die Waffen sich in Blumen verwandeln, das Chaos sich lichtet. Wir wissen, dass sich dieser Kampf lohnt und wir diesen und keinen anderen Weg gehen müssen, um endlich frei, gebunden, glücklich und voller Liebe zu sein."  Der Warrior (2007) Copyright  2012 - Design & Idee @ www.Sousey.de - Alle Rechte vorbehalten -