1.Szene Melodie stand vor dem Fenster und schaute von draußen in die Bar. Chung saß am Tresen und starrte auf sein Bierglas. Es regnete. An Melodies Haaren tropfte das Wasser herunter, die Füße schmerzten und ihre Schuhe waren schon längst durchgeweicht. Ihr fröstelte es. In ihrem Spiegelbild, welches sich im Fenster abzeichnete, war weder zu sehen das sie zitterte, noch dass ihr tausend Gedanken durch den Kopf schossen. Sie gab einen kleinen Seufzer von sich und trat zur Tür, drückte diese auf und ging mit gesenktem Kopf auf Chung zu. Melodie: “Hallo Chung.”(Chung erwiderte nichts) Melodie: “Es tut mir Leid Chung! Es war blöd von mir, doch ich wusste nicht wie ich es dir erklären sollte.” (Chung machte einen abwegigen Wink mit seiner Hand. Der Barmann blickte zu Melodie und fragte was sie trinken wolle. Melodie antwortet nichts.) Melodie: “Chung! Rede mit mir. Sag etwas. Bitte.” Melodie trat einen weiteren Schritt an Chung heran. Melodie(flüsterte): “Chung. Bitte. Es tut mir Leid.” 2.Szene Chung starrte weiter auf sein Glas. Er gab keine Antwort und behandelte Melodie wie Luft. Das Bier, welches unangetastet vor ihm stand, perlte kaum noch und Melodie stellte sich die Frage wie viel er wohl schon getrunken hatte. Um Melodie hatte sich eine Pfütze gebildet und die Tropfen fielen weiter unaufhörlich auf den Boden. Melodie: “Chung, verstehe mich doch, ich… ich…ich” (Melodie verstummte) Chung drehte seinen Kopf in Richtung Melodie, doch er schaute ihr nicht ins Gesicht. Chung: “Du tropft hier alles voll gehe nach Hause.” Melodie: “Nein! Ich will nicht nach Hause. Nicht ohne Dich.” Chung: “Melodie bitte geh.” Melodie: “Aber...” (Chung schnitt Melodie das Wort ab) Chung: “Nichts aber. Lass mich nur für einen kurzen Augenblick allein. Ich wollte es von Dir hören, verstehst du?” Melodie:  “Aber ich konnte es nicht. Ich hatte Angst.” Chung: “Ich frage dich nur eins! Habe ich dich jemals mit deiner Angst allein gelassen? Habe ich nicht immer gesagt, dass du immer, egal was es ist, zu mir kommen kannst? Ich dachte wir vertrauen uns? Und egal wie tief der Himmel hängt, wie weit uns das Wasser bis zum Hals steht, wie schwer die Lage auch scheint, wie viel es uns abverlangt, wir finden einen Weg.” 3.Szene Melodie traten Tränen in die Augen. Sie dachte an all die Farben, das bunte Bild welches Melodie und Chung vor einigen Wochen zusammen gemalt hatten. Die geplatzten Eier beim Frühstück, über die sich beide halb kaputt gelacht hatten, Melodie ihre Scherze riss und Chung sich mit Ausreden versuchte aus der Affäre zu ziehen. Es war doch alles so schön. Was war passiert? Chung: “Melodie jetzt gehe nach Hause. Zieh dir was Frisches und Trockenes an, sonst erkältest du dich noch.” Melodie: “Ich gehe nicht ohne Dich.” Chung stand auf trat an Melodie heran und drückte sie fest. Chung (flüsterte): “Wenn du je an mich geglaubt hast, nie gezweifelt hast und du dir deiner Gefühle sicher bist, dann gehe nach Hause. Ich werde folgen, wie die Zugvögel ihrem Herbstinstinkt.” Chung: “Bitte!” Melodie trat aus der Bar in den Regen. Sie wagte noch mal einen Blick durch das Fenster und ging mit gemischten Gefühlen nach Hause. Chung saß wieder an seinem Platz und starrte auf sein Bier. Auf ihrem Heimweg legte sich der Regen. Die Wolken brachen auf und bevor Melodie den Haustürschlüssel in das Schloss steckte schaute sie in den Himmel. Durch ein kleines Loch im Himmel blickte der Mond auf die Erde. Melodie schloss die Tür auf und trat ein. Melodie`s Vertrauen (2010) Copyright  2012 - Design & Idee @ www.Sousey.de - Alle Rechte vorbehalten -