1. "Du musst aufhören sauer zu sein" 2. "Sauer? Ich bin nicht sauer" 1. "Doch, dass bist du, weil es dir Schuldgefühle macht." Kleine Schnipsel lagen am Boden, der Schrank lag quer im Zimmer, deinem Glas, welches noch bis vor kurzem Wein in sich trug, fehlte eine Ecke. Bilder, die dir viel bedeuteten, hatten sich mit der roten Flüssigkeit vereinigt, einige aufgequollen, einige zerrissen und andere waren umgedreht. Die LP, welche dir den Schmerz immer tiefer trieb, von welcher du gedacht hattest, dass sie dir hilft, drehte sich teilnahmslos dahin. Dein Kissen war feucht. Du konntest die Tränen nicht zurückhalten. Es ging nicht. Du hattest dich gefragt wann dich mal einer ehrlich fragt, wie dir es damit geht. Du sahst immer so stark aus. Dein Lachen drang immer so schön in meine Ohren und alle Quellen des Leids verloren ihre Macht, wenn du mit deinem Lächeln den Raum in ein sonderbares Licht tauchtest. Blätter fielen vom Himmel. Viele. Bunte. Dieser Blätter schimmerten wundervoll im Sonnenlicht und ihre Schatten spielten ein wildes Spiel am Boden. Zerrissen! Deine Tusche um die Augen war verwischt, dein Haar war glanzlos und dein Körper nicht mehr derselbe. Getrieben von wilden Gedanken und von der Maske, die du dir aufgesetzt hattest, um nicht jedem zu zeigen was wirklich in dir brodelte, hatte sich einiges in deiner Seele abgelegt. Ich saß neben dir und hielt dir die Hand. Du warst kalt, ausgebrannt und dein Feuer erloschen. Von deinem Traum, welcher nicht wie ein seichter Sommerwind, sondern eher wie ein wilder Orkan von dir Besitz ergriffen hatte, musstest du dich verabschieden. Doch wie verabschiedet man sich von einem Traum? Hass kam in dir auf. Ein schmerzendes, stechendes und drückendes Gefühl, welches du nie haben wolltest, besaß dich. Hier war sie, die Einzelzelle mit Wasser und Brot. Wir kannten uns noch nicht lange und doch glaubte ich, alles von dir zu wissen. Es war wie ein unsichtbares Band, welches uns von Anfang an zusammenhielt. Bereits auf dem Nachhauseweg lebte in mir ein Gefühl auf. Ein Gefühl welches alles verriet, aber noch zu viel verbarg. Seltsam - dachte ich. Der Regen prasselte auf die Windschutzscheibe und das Rot der sich vor mir bewegenden Rücklichter verschwamm. Es ging nicht schneller. (vielleicht sollte es das in diesem Moment auch nicht) Du brauchtest deine Zeit. Dein Atem ging langsam. Erschöpft und erleichtert schob ich meine Arme unter deinen Hals und deine Beine. Ich legte dich ins Bett gab dir die ganze Decke und eine Kuss auf deine Stirn. 3. "Du musst keine Angst haben. Der Traum ist erst vorbei wenn wir aufwachen." (PS: die ersten drei Sätze sind Zitate aus der Szene an der Tankstelle.)   Schau in dich rein (Entstand nach dem Film “Im Winter ein Jahr” 2009) Copyright  2012 - Design & Idee @ www.Sousey.de - Alle Rechte vorbehalten -