Ein Donnern und Grollen war zu hören bevor, durch einen kleinen Rauchschwall, ein bunter Narr im Raum auftrat. Er machte lustige Bemerkungen, drehte mal hier und da ein Rad, lief auf den Händen durch das Zimmer und begann seltsame Lieder zu singen. Im Takt wippte er mit dem Kopf, so dass seine kleinen Glöckchen an seiner Mütze und seinem Gewand, sonderbar, aber doch wunderschön im Einklang mit dem Gesang, welchen der Narr von sich gab, klingelten. Er hatte von der Ferne, weiter weg, hinter Tälern, Bergen, Seen und Bächen gehört, dass einer hier seinen Unfug trieb und manchen Menschen zur Verzweiflung brachte. Er wartete nicht lange und wie es ihm ins Gesicht geschrieben stand, wollte er die gute Laune, die ihn durch sein eigenes Leben schweben ließ, zelebrieren. Darum schlug er Räder, lachte aus vollem Herzen, sang und trällerte Strophe um Strophe und ein Liedchen nach dem anderen. “Huch, was war das?” Der kleine Narr schüttelte sein Haupt und schaute sich um. Er sah eine junge Frau die ständig am Schnupfen und Niesen war und fürchterlich genervt den Satz aussprach: "Kann denn nicht mal einer diesen Heuschnupfen mit in die Hölle nehmen?" Der kleine Narr setzte sich und schaute lange auf die zierliche junge Frau. Kein Klingeln war mehr zu hören und auch sein Trällern war verstummt. Er überlegte was er tun sollte und wie er diesem Fräulein wohl helfen könne. Die Stirn gerunzelt und den Kopf in die Hände gelegt, durchstreifte er blitzschnell seine Gedanken. Nach reiflicher Überlegung schaute er auf, lächelte mit einem zuversichtlichen Gesicht und sprach: "He. He Du, ich habe da eine Idee. Auf meinen Reisen traf ich einen alten Mann und er erzählte mir eine wahrlich recht sonderbare Geschichte, welche davon handelte, dass geteiltes Leid gleich halbes Leid ist. Ich weiß es nicht mit Bestimmtheit, ob es funktionieren wird, aber ich will mein Glück versuchen. Wenn ihr es auch wollt, gebt mir eure Hand und drückt eure Lippen auf die Meinen. Es müssen aber Gefühle dabei sein, denn der Alte sagte, dass dies sehr wichtig sei. Bei solch einem Ritual, welches bei den Menschen küssen genannt wird, sollen sich sonderbare Dinge abspielen. Und der Alte versprach mir, dass sich ein Jeder danach besser fühlt und du mir quasi ein Stückchen von dir gibst und ich dir ein Stückchen von mir gebe. Wir begehen, wenn ich es so ausdrücken darf, einen Tausch. Gut gegen Böse, wenn man so will. Und mit ganz viel Glück, hebt sich alles auf." Der Narr warte und warf dann ein kleines Kügelchen in den Raum. Alles wurde düster und erfüllte sich mit Rauch. Niemand konnte mehr sehen was dann passierte. Doch als sich der Rauch verzog stand die junge Frau allein im Zimmer und der Narr war verschwunden. Das was zurückblieb, war ein kleines Glöckchen und ein Zettel auf dem stand: "Ich bin jetzt den Teufel in der Hölle küssen und ich hoffe er muss fürchterlich niesen!" Noch heute wartet der kleine Narr darauf, dass sich alles aufhebt. Und der kleine Narr kam, über die Zeit, immer mehr zu der Ansicht, dass der alte Mann der Teufel persönlich gewesen sein musste.  Und keiner sah es (2010) Copyright  2012 - Design & Idee @ www.Sousey.de - Alle Rechte vorbehalten -