Der Regen schnellte John ins Gesicht, die Stirn schmerzte vom peitschenden Wind und seine vom Regen durchtränkte Kleidung klebte am Körper.John lief befangen und in Gedanken versunken einen kleinen Weg entlang. Kein Vogel zwitscherte, keine anderen Leute waren unterwegs, nichts und niemand wollte bei diesem Wetter dem Regen die Stirn bieten. Alle waren in ihren Häusern, bei ihren Lieben oder gaben sich dem hin was ihnen Spaß bereitete. Er hätte das auch tun sollen, aber vielleicht war er auch gerade deshalb unterwegs, weil er einfach mal ganz ungestört sein wollte. Es gab soviel was ihn in letzter Zeit beschäftigte und worauf er keine vernünftige Antwort fand. Vieles verstrickte sich in Widersprüchen und er fühlte sich unverstanden, belogen, ausgelaugt und allein gelassen. So ganz allein und um seine Gedanken kreisend, entdecke er am Rand des Weges eine wunderschöne lila blühende Blume. Mit ihrer Schönheit und blendenden Farbkraft in der sie in dieser tristen Gegend blühte, verließ John plötzlich seine Gedankenwelt. Er kniete sich hin und betrachtete die Blume von allen Seiten. John war überwältigt von dieser unscheinbaren Schönheit und Makellosigkeit. Nichts und niemand konnte in diesem Moment erahnen was John widerfuhr. So unscheinbar wie diese Blume auch für andere Menschen aussehen mag, für ihn strotzte das pure Leben aus ihrem Dasein. Er erinnerte sich, wie gern er als Kind unbeschwert und voller Lebensfreude über die Wiesen in seiner Heimat lief und den Tag so nahm wie er war. Wie er frei von erdrückenden Gedanken, unbeschwert und naiv genoss, wenn der Frühling alles in Farbe tauchte und allen Lebewesen eine unbestimmte neue Chance gab. Es sah bestimmt sehr komisch aus, wenn ihn jetzt von weiter Ferne jemand beobachtet hätte. Doch das war John egal, wie ihm so langsam immer mehr egal wurde, was Fremde über ihn dachten. Fasziniert hockte John eine sehr lange Zeit vor diese Blume und alles was ihm zu schaffen gemacht hatte, wusch der Regen von ihm ab. Hätte man das Ganze in einem Bild festhalten wollen, wäre um John ein großer bunter Fleck aus ineinanderlaufenden Farben gewesen. Wind und Regen wurden stärker und schwächer und John spürte wie sich die Beiden einem kleinen Kampf hingaben. Auch John kämpfte, und zwar gegen sich selbst. Er weinte. Es war ihm selbst nicht aufgefallen, dass ihm Tränen aus den Augen drangen. Doch als er aufstand merkte er, dass etwas Lauwarmes über seine Wangen lief. Er hob sein Gesicht in Richtung Himmel und wartete bis alles Lauwarme verschwunden war und sich sein Gesicht kalt und fahl anfühlte. Mit der letzten Träne die der Regen wegspülte, lief er weiter. Er fühlte sich plötzlich unbeschwert und frei, wie diese Blume am Wegrand. Eins hatte er jetzt durch diese Blume verstanden. Selbst im größten Gewitter und Chaos gibt es etwas was nie verblüht und auskühlt. Dies ist die Liebe zu sich selbst und die allgegenwärtige Schönheit des Daseins.   Die Blume Copyright  2012 - Design & Idee @ www.Sousey.de - Alle Rechte vorbehalten - (2009)