1. Die Dunkelheit verschwindet. Sterne verblassen. Ringsherum zwitschern die Vögel. Mit freudigem Gesang rufen sie die Sonne. Durch das Blätterdach streift der Wind, der mit seinem allmorgendlichen Spiel, die kleinen Zweige und Blätter verdreht. Der Tag erwacht. Die ersten sanften Strahlen erhellen den Himmel. Blätter und Halme verlieren ihr Grau. Es scheint, als ob ein unsichtbarer Pinsel von Minute zu Minute alles bunt bemalt. Ein Farbenspiel welches seinesgleichen sucht. 2. Die Sonne ist da. Der Pinsel geschwungen. Meine Augen öffnen sich. Der Blick geht gen Fenster. Ich muss raus aus den Federn, ab zum Balkon. Wunderbar! Selbst die am Morgen noch so kühle Luft verliert ihren frostigen Einfluss, durch die mir ins Gesicht scheinenden Sonnenstrahlen. Von Ast zu Ast springt ein Eichhörnchen, die Amsel geht schon wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und ein Igel huscht noch schnell unter das letzte Laub in den Büschen. Ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen. 3. Es hält mich nicht mehr. Ich will raus und alles noch näher spüren und erleben. Der Küchentisch schenkt mir eine Banane und einen Apfel. Das Rad ist schmutzig und nicht mehr vollends einsatzbereit, doch das macht nichts. Auf der Fahrt stecke ich die Nase in den Wind und atme tief durch. Das Meer ist nicht weit und auf dem kleinen Feldweg den ich benutze ist niemand außer mir. Ein Heimchen springt über den Weg und ich schlage einen kleinen Haken, denn es soll weiter springen. So schön und wunderbar springen, wie mein Herz in diesem Moment. 4. Die Luft bekommt den leicht salzigen und milden Geruch des Meeres. Ich sehe es und wieder springt mein Herz ein wenig schneller. Etwas entfernt vom Strand mache ich einen Satz ab von meinem Rad und laufe los. Mein Geist befreit sich von der Strenge der letzten Tage. Die Zuversicht spiegelt sich in meinen Augen wieder. Mein Blick schweift in die Ferne, über den Strand und über das Meer. Ich greife nach einem Stein, welcher aus dem Sand schimmert und lege ihn in meine Hand. Einen Wunsch soll er tragen. Einen Wunsch den ich ganz leise für mich alleine ausspreche. Ganz flach geworfen springt der Stein übers Wasser. Platsch, Platsch, Platsch. Dann geht dieser Stein unter und schwebt langsam auf den Boden in den Sand.  1,2,3,4 - Le Mar (2008) Copyright  2012 - Design & Idee @ www.Sousey.de - Alle Rechte vorbehalten -